Interview mit dem Vorstand des Montessori Vereins



18. Mai 2017

Interview mit dem Vorstand des Montessori Vereins.

Im Gespräch mit Sonja Heise und Adrian Schwanitz zum Krippen-Neubau am Montessori Kinderhaus.

Die aktuelle Kita-Bedarfsplanung der Stadt Göttingen notiert 428 fehlende Krippenplätze im Stadtgebiet Göttingen. Als erste Maßnahme ist innerhalb der folgenden 5 Jahre die Schaffung von 235 Plätzen geplant. Immerhin etwas mehr als die Hälfte. Wie der Betreuungsausbau in den Stadtteilen genau ausschaut, ließ sich in der Ausgabe des Göttinger Tageblatts vom 19. April nachlesen.

Im Göttinger Ostviertel erweitert der Montessori Verein sein Angebot um 3 Krippengruppen und leistet somit 75% der geplanten Betreuungsplätze im Stadtbezirk. Die Vorbereitungen sind bereits seit längerem aktiv, sodass die Bauarbeiten für den Krippenneubau mit Beginn der Sommerferien 2017 starten können. Ein Interview mit Sonja Heise und Adrian Schwanitz.

Frage: Frau Heise, Herr Schwanitz, wann ist erstmalig der Wunsch nach einer Erweiterung aufgekommen und wie lange liegt der Erstkontakt mit der EBR zurück?

Heise: Seit 10 Jahren suchen wir in der Umgebung des Kinderhauses ein Grundstück. Wir haben uns sogar über Häuser informiert. Jedoch war die Suche nicht erfolgreich. Vor Allem aus preislichen Gründen. Ein bestehendes Gebäude umzubauen wäre zudem für die Qualität der Kinderbetreuung nicht optimal gewesen.

Schwanitz: In Form des noch verfügbaren Grundstücks nebenan, sind wir schließlich fündig geworden. Wir können auf der dazugewonnenen Fläche idealerweise neu bauen und bedarfsgerecht planen. Künftig haben wir die Möglichkeit, die Kinder vom Krippeneintritt bis zur Einschulung zu betreuen. Ein absoluter Vorteil. Der erste Kontakt zu Herrn Rafie entstand auf einer Veranstaltung, man war sich sympathisch. Später kamen ein Austausch zu den Tätigkeiten der EBR sowie erste lose Gespräche zu den Möglichkeiten einer Kita-Erweiterung hinzu. Über folgende Fachfragen, ging der Prozess schließlich in eine konkrete Beratung über.

»Die EBR hat sich die notwendige Zeit für uns genommen. «

 
Frage: Die EBR Projektentwicklung ist seit 2012 in Göttingen aktiv. Was hat Sie überzeugt, in der EBR Projektentwicklung den Richtigen für Ihr ambitioniertes Projekt gefunden zu haben?

Schwanitz: Ein solches Projekt hat sehr viel mit Vertrauen zu tun, das ist uns besonders wichtig. Dieses Vertrauen ist über die vielen Gespräche entstanden. Vor Allem über die fachlichen Kompetenzen der EBR zu unseren Fragen in der Beratungsphase, etwa: „Wie sähe ein Entwurf aus, passt das neue Gebäude auf das Grundstück und was kostet ein Neubau überhaupt?“

Heise: Die EBR hat sich die notwendige Zeit für uns genommen. Es ist ein großes Projekt für den Montessori Verein, das wir gerne mit regionalen Unternehmen umsetzen möchten. In immer dynamischeren Zeiten des gesellschaftlichen Wandels, mit sich ändernden Familien- und Lebensmodellen, ist die Betreuungssituation für Kinder mittlerweile ein nicht unwichtiges Politikum. Besonders für die notwendige Vereinbarkeit von Arbeit und Leben.

Frage: Sehen Sie diese gesellschaftliche Entwicklung in ihm Stadtbereich als akutes Thema und ist der Krippenneubau als eine Aufwertung der dortigen Lebensqualität zu deuten?

Schwanitz: Tatsache ist, wir haben ein Defizit an zur Verfügung stehenden Plätzen. Die Nachfrage ist riesig, die Möglichkeiten vor Ort sind sehr gering. Der Bedarfsplan der Stadt Göttingen weist das auch aus. Zudem ist ein Generationenwechsel zu beobachten, die Einwohnerzahl im Stadtbereich wird sich voraussichtlich erhöhen.

Heise: Durch die zwingend erforderliche Erweiterung haben wir zudem die Chance, den Kindern, von Beginn an, eine Montessori-Pädagogik zu ermöglichen. Eine Vielzahl konkreter Nachfragen liegt hier in der Schublade und stammt beispielsweise von Familien, die nach Göttingen ziehen werden oder bereits zugezogen sind.

Schwanitz: Die Entwicklung hin zur Ganztagsbetreuung ist allgemein bekannt und stadtteilübergreifend. Eltern kommen aus anderen Stadtbereichen zu uns. Halbtagsplätze gibt es kaum noch und sind nur noch selten nachgefragt.

Heise: Der Irrglaube, hier im Stadtteil ist es konservativ und elitär, was die Betreuung der Kinder angeht, ist schlichtweg falsch. Auch hier haben die Mütter Ausbildung oder Studium absolviert und bleiben dann anschließend nicht einfach zuhause. Es sind Fachkräfte, die ohne Betreuungsmöglichkeiten nicht eingesetzt werden könnten – die Nachfrage am Arbeitsmarkt nach Fachkräften ist hinlänglich bekannt.

Frage: Das Montessori Kinderhaus bekommt nun hautnah ein interessante Baustelle zu sehen. Holen Sie die Kinder während der Bauzeit thematisch ab und integrieren Teile daraus in den Kindergartenalltag?

Heise: Natürlich ist für die Kinder eine Baustelle immer interessant - schon jetzt. Wir werden selbstverständlich thematisieren, was dort entsteht. Vor Allem die Maschinen werden interessant sein. Was machen die, wo holen die was her, wo bringen die was hin?

Schwanitz: Mit Sicherheit werden wir es zudem in den Gruppen thematisieren. Unsere ‚Großen‘ wissen sogar bereits Bescheid.

 

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