Kompetenzzentrum für die amedes-Gruppe



08. Januar 2021

Für das Life-Science-Unternehmen amedes entsteht ein neues Kompetenzzentrum im InnovationsQuartier Herbert-Quandt-Straße.

Mit Eintreten der Corona-Krise haben medizinische Labore eine größere Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit erhalten. Auch die international agierende amedes-Gruppe wertet an ihren diversen Labor-Standorten in Deutschland Corona-Tests aus und gehört damit zu den systemrelevanten Einrichtungen in dieser Pandemie.

In Göttingen realisiert die EBR Immobilien Invest GmbH für das renommierte Life-Science-Unternehmen im neu entstehenden Technologie- und Wirtschaftscampus auf der Siekhöhe im kommenden Jahr ein neues Kompetenzzentrum. Die an einen Campus angelehnte Quartiersentwicklung wird neben amedes auch anderen Unternehmen Raum für bis zu 2000 Arbeitsplätze in den Bereichen Medizin und Life-Science, Wissenschaft und Forschung, Bio-Tech und IT sowie Wirtschaftsdienstleistungen bieten.

 

Auf dem seit mehr als 20 Jahren brachliegendem Grundstück der ehemaligen Göttinger Gruppe im Stadtteil Grone Süd plant die EBR ein InnovationsQuartier mit dem Namen „Herbert-Quandt-Straße“. Auf 32.000 Quadratmetern soll in einer sieben- bis zehnjährigen Gesamtbauphase ein richtungsweisender Technologie- und Wirtschaftspark für Unternehmen aus den Bereichen Wirtschaftsdienstleistungen sowie Forschung, Technologie und Labor entstehen. Den nun ab 2021 entstehenden Campus für die amedes-Gruppe hatten amedes-Gründer Dr. Dr. Helmut Wagner (Mehr zur Person) und das EBR-Team um Geschäftsführer Borzou Rafie Elizei mit der eigens gegründeten Projektgesellschaft EBR Immobilien Invest GmbH bereits im Jahr 2018 angestoßen.

Arbeitsumfeld mit positiven Auswirkungen auf Unternehmenskultur

„Unsere Räumlichkeiten in der Werner‐von‐Siemens‐Straße sind in den vergangenen Jahren quasi ,aus allen Nähten geplatzt’“, erklärt Alexander Kleinke, Chief Finance Officer der amedes-Gruppe. „Einige Zentralbereiche mussten wir aus Platzmangel sogar schon an andere Standorte innerhalb des Göttinger Stadtgebietes verlagern. Das von der EBR entwickelte Campus-Modell auf der Siekhöhe wird uns genügend Platz sowohl für das Labor als auch die Zentralbereiche bieten.“ In Zusammenarbeit mit amedes-eigenen Immobilienentwicklern konzipiert das EBR-Team ein exakt auf die Unternehmensbedürfnisse zugeschnittenes Gebäude-Ensemble, das mit ,kurzen Wegen’ die bereichsübergreifende Zusammenarbeit von Labor, Lager, Logistik und Zentralbereichen ermöglichen wird.

Borzou Rafie Elizei schätzt am ersten Mieter des neuen Innovationquartiers die intensive Bereitschaft zur Kooperation. „Wir bringen als Projektentwickler in Göttingen mit dem ,InnovationsQuartier Stresemannstraße’ sowie dem ,Sparkassen-Forum’ an der Groner Landstraße reichlich Erfahrung in der Gestaltung zeitgemäßer und flexibel nutzbarer Arbeitsstätten mit“, erläutert der EBR-Geschäftsführer. „Die Auswirkungen der Corona-Krise haben noch deutlicher gezeigt, welche Anforderungen ein auf effektive Nutzbarkeit ausgerichteter Arbeitsplatz heute erfüllen muss. Das haben wir in diesen beiden Konzepten vorausschauend umgesetzt und wollen diese Philosophie gemeinsam mit den Experten der amedes Gruppe auch in die Planungen für den neuen amedes-Campus einfließen lassen. Das wirkt sich letztlich auch positiv auf die Unternehmenskultur aus.“

amedes-Verwaltungsgebäude wird im DGNB-Goldstandard realisiert

Das voraussichtlich bis Mitte 2023 fertiggestellte Kompetenzzentrum für die amedes-Gruppe soll auf einem 19.400 Quadratmeter großen Teilgrundstück des „Innovationsquartiers Herbert-Quandt-Straße“ Platz für das „Flagship“-Labor der Unternehmensgruppe bieten. Diese 3.465 Quadratmeter umfassende Einheit wird als Labor der Sicherheitsstufe S2 sowie teilweise als S3-Labor für den Bereich Mikrobiologie konzipiert und dabei das Arbeiten mit zukunftsfähiger Labortechnik berücksichtigen. Das 2.350 Quadratmeter große Logistikzentrum zur Versorgung der unterschiedlichen regionalen amedes-Standorte und Partnerpraxen wird an der Westseite mit dem Laborgebäude verbunden sein. Die Labors wiederum sind baulich mit dem Verwaltungsgebäude verbunden, das Platz für die Bereiche Finanzen und Controlling, Personal, Einkauf und IT bieten wird. Ein Parkhaus – unter anderem mit ausreichend Lademöglichkeiten für E-Autos - soll das Gesamtensemble komplettieren.

Das im sogenannten Gold-Standard der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) konzipierte viergeschossige Verwaltungsgebäude mit einer Nutzfläche von 5.650 Quadratmetern basiert auf einem Entwurf des Architekturbüros Schneider und Schumacher aus Frankfurt am Main. Im Erdgeschoss werden rund 1.650 Quadratmeter Schulungs- und Tagungsbereiche mit vier Konferenzräumen und einer Catering-Vorbereitungsküche für die zahlreichen und vielfältigen amedes-Fortbildungen für Ärzte und Praxisteams eingeplant. Im ersten bis dritten Obergeschoss sollen auf insgesamt 4.000 Quadratmetern Büro- und Besprechungsräume realisiert werden. Wobei im dritten Obergeschoss auch der für Projekte der EBR inzwischen schon kennzeichnende Ansatz der urbanen Ökologie zum Tragen kommen wird: Der nördliche Teil des Westriegels und der südliche Teil des Ostriegels werden eingekürzt, so dass jeweils zwei großzügige Dachterrassen und Gärten mit einer Fläche von insgesamt 550 Quadratmeter entstehen, die durch eine begrünte Fassade ergänzt werden. „Damit setzen wir unseren Ansatz des ‚Green Building Envelope‘, also einer in das Nutzungskonzept integrierten Gebäudebegrünung, auch in diesem Projekt um“, so Borzou Rafie Elizei. „Diese Form der Gebäudebegrünung unter Einsatz von einheimischen Bäumen und Büschen gibt sowohl der Tier- und Pflanzenwelt als auch den Menschen ein Stück Lebensraum zurück. Außerdem unterstützen diese Flächen die Lärm- und Feinstaubreduzierung und steigern die Aufenthaltsqualität im neuen Quartier.“

Erhalt von wissenschaftlichen und technischen Kompetenzen am Wirtschaftsstandort Göttingen

Noch konsequenter soll der Ansatz des ‚Green Building Envelope‘ übrigens mit einem weiteren Projekt in einer späteren Bauphase des „Innovationsquartiers Herbert-Quandt-Straße“ umgesetzt werden: Dazu plant die EBR die Realisierung des deutschlandweit ersten vertikalen Waldes an einem Gebäude, den „Bosco Verticale“. Für die Realisierung dieses innovativen Projekts arbeiten die Göttinger Projektentwickler mit dem weltweiten Vorreiter in diesem Segment und Namensgeber dieses Gebäudekonzeptes, dem Mailänder Architekt Stefano Boeri, zusammen. Geplant ist ein 15-geschossiges multifunktionales Gebäude mit intensiver Fassaden- und Dachbegrünung. Teil dieser Kooperation ist auch das international agierende Ingenieurbüro ARUP, das unter der Führung von Rudi Scheuermann, ein weltweit tätiger Spezialist für den „Green Building Envelope“, bereits einige Projekte dieser Art realisiert hat.

Zunächst steht nun allerdings die finale Planung und der baldige Start der vorbereitenden Baumaßnahmen für das neue amedes-Kompetenzzentrum an. Dieses Projekt hat ein Investitionsvolumen von 47,5 Millionen Euro, der zwischen der Unternehmensgruppe und der EBR Immobilien Invest GmbH abgeschlossene Mietvertrag für den Campus eine verbindliche Laufzeit von 20 Jahren. Für den Wirtschaftsstandort Göttingen bedeutet diese Vereinbarung den langfristigen Erhalt der wissenschaftlichen und technischen Kompetenzen der amedes Gruppe in der Region. „amedes ist den vergangenen Jahrzehnten zu einem medizinisch hochspezialisierten und breit aufgestellten Unternehmen mit 4000 Mitarbeitern gewachsen“, so Chief Executive Officer Wolf Frederic Kupatt. „Wir sind uns jedoch unserer Wurzeln sehr bewusst. Unsere regionale Verbundenheit unterstreichen wir mit diesem wegweisenden Projekt an unserem größten Standort.“ Am neuen Campus auf der Siekhöhe werden voraussichtlich ab Sommer 2023 über 500 MitarbeiterInnen ihren zukunftsweisenden Tätigkeiten nachgehen.

amedes ist einer der größten Anbieter von Labordienstleistungen in Deutschland und an über 90 Standorten in Deutschland, Belgien, Österreich und Dubai vertreten. Die Unternehmensgruppe bietet interdisziplinäre und medizinisch-diagnostische Dienstleistungen für Patienten, niedergelassene Ärzte und Kliniken. Zudem ist amedes Spezialist für das Management von Kliniklaboratorien und betreut deutschlandweit rund 40 Kliniken. So bearbeiten täglich speziell ausgebildete amedes-Mitarbeiter über 400.000 Laboranalysen nach dem neuesten Stand von Wissenschaft und Technik. Außerdem behandeln amedes-Spezialisten im Jahr mehr als 450.000 Patienten mit besonderem Fokus auf den Bereichen der gynäkologischen und internistischen Endokrinologie, wo amedes Diagnostik und klinische Medizin besonders eng verknüpfen kann. Weitere Schwerpunkte bilden die Felder Fertilitätsmedizin, Rheumatologie und Onkologie. Ergänzt wird das Angebot durch vielfältige Dienst- und Beratungsleistungen für Labore in Kliniken und Arztpraxen. Der Grundstein für diese Entwicklung wurde 1987 mit den ersten Standorten in Göttingen und Springe gelegt. Heute gehört das Life-Science-Unternehmen mit über 4.000 Mitarbeitern – darunter mehr als 480 Ärzte und wissenschaftliche Mitarbeiter – zu den größten Unternehmen in diesem Umfeld und ist einer der größten Arbeitgeber der Region rund um Göttingen.
 

Berichterstattung im Göttinger Tageblatt  

Mieter werden im InnovationsQuartier  

 
 

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