Lebendige Quartiere

 

Impuls I: Lebendige Quartiere mit Jürgen Patzak-Poor

Wie kann Architektur und Städtebau lebendige Quartiere fördern?

Jürgen Patzak-Poor, Gründer des Berliner Architekturbüros BARarchitekten, erklärte anhand von 5 Thesen, wie Architektur und Städtebau das Entstehen von lebendigen Quartieren fördern können. Mit Projektbeispielen aus Wien, Rom, Zürich und Berlin schwenkte Jürgen Patzak-Poor den Blick immer wieder von Innen nach Außen, vom Detail ins größere Ganze und zeigte dabei den essenziellen Zusammenhang zwischen Raumplanung, klugen Architekturdetails und einer nachhaltigen und lebendigen Quartiersentwicklung.

 

1. Eine dichte und gemischte Stadt ist sozialer, produktiver und nachhaltiger.

Aufgrund der hohen Wohnungsnachfrage müssen wir, wenn wir nachhaltige Quartiere entwickeln dichter bauen. Dennoch dürfen die zukünftige Entwicklungen nicht konzeptlos gebaut werden, damit Themen wie soziale Gerechtigkeit und Mischung nicht auf der Strecke bleiben. Das soziale Zusammenleben, Produktion und Arbeit sowie Nachhaltigkeit müssen stärker zusammengedacht und in der Quartiers- und Projektentwicklung thematisiert werden.

2. Stadt kann man nicht bauen, Stadt kann nur werden... (Dieter Hoffmann-Axthelm).

Damit Stadt werden und eine Lebendigkeit sowie Mischung entstehen kann, muss sich Quartiers- oder Projektentwicklung stärker an den Bedürfnissen der unterschiedlichen zukünftigen Nutzer*innen orientieren und sie als Koproduzent*innen in die Entwicklung einbinden. Durch Ihre Einbindung wird eine Vielfalt an Nutzungen ermöglicht, die wiederum eine größere Heterogenität an Nutzer*innen nach sich zieht. Reibung wird in diesem Fall nicht vermieden, sondern ist erwünscht. Denn Reibung bedeutet Vielfalt, mehr Mischung und ergo mehr Lebendigkeit.

Siehe: VinziRast - Restaurant und Wohnprojekt für Wohnungslose und Studierende, Wien
Integrativesbauprojekt am ehem. Blumengroßmarkt, Berlin
Kooperative Grossstadt, Baugenossenschaft San Riemo, München

3. Mischung kann antizipiert werden.

Durch eine intelligente Planung und Anordnung von Räumen sowie architektonischer Gestaltung kann Mischung unterstützt und gefördert werden.

Siehe: Edificio Polifunzionale, Rom
Spreefeld Baugenossenschaft, Berlin

4. Die Stadtstruktur unterstützt Mischung.

Ein kluger Städtebau ermöglicht ein gutes Zusammenspiel von Erdgeschosszonen, öffentlichen Räumen und Durchwegungen. Indem sich die räumliche und programmatische Ausrichtung in der Typologie wiederspiegelt, trägt die Stadtstruktur dazu bei, Mischung herzustellen und sie zugleich sichtbar und erfahrbar zu machen.

Siehe: Baugenossenschaft Hunziker Areal, Zürich
Baugruppe am Lokdepot, Berlin

5. Mischung findet auch draußen statt, die Stadt wird grüner werden.

Für lebendige gemischte Quartiere sind Freiräume essenziell, die angeeignet und mitgestaltet werden können. Gemeinsam kann draußen im Grünen Stadt entstehen.

 








 
Impuls I: Lebendige Quartiere.
 
Impuls II: Stadt zu Fuß.
 
Impuls III: Agenda Nachhaltigkeit.
 

 

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