Stadt zu Fuß

 

Impuls II: Stadt zu Fuß mit Dipl.-Ing. Roland Stimpel

Günstig, gesund, klimaneutral... die Stadt der Zukunft zu Fuß erobern.

Roland Stimpel, Vorsitzender des FUSS e.V., Fachverband Fußverkehr Deutschland, benannte in seinem Impulsvortrag verschiedene Qualitäten und Vorteile des Zufußgehens durch die Stadt. Darüber hinaus zeigte der gebürtige Göttinger auf, wie Zufußgehen gefördert werden kann und welche Verbesserungen aus seiner Sicht nötig sind, um Göttingen fußgänger*innenfreundlich zu machen.

 

Vorteile des Zufußgehens:

Zufußgehen ist einfach, günstig, gesund, flexibel und gut kombinierbar mit anderen Verkehrsmitteln. Auch ermöglicht Zufußgehen einen nachhaltigen und sozial verträglichen Lebensstil. So ist es beispielsweise flächensparender zu Fuß zu gehen, als mit dem Auto unterwegs zu sein und zugleich völlig emissionsfrei. Zudem integriert es Menschen und belebt die Stadt und den Handel.

Wie kann Zufußgehen gefördert werden?

Wege müssen ausreichend breit und nur für Fußgänger*innen reserviert sein. Das Überqueren der Straßen muss beispielsweise durch Zebrastreifen oder Mittelinseln sicher gestaltet sein. Routen müssen engmaschig gestaltet, Barrieren minimiert und Orientierung geschaffen werden. Auch fördern Annehmlichkeiten und Anreize, wie etwa Bäume, Bänke und Beleuchtung das Gehen. Kleinteiliger Städtebau mit gemischte Quartiere in einer Stadt der kurze Wege und die Orientierung der Häuser zur Straße verbessern ebenfalls die Rahmenbedingungen für Fußgänger*innen.

Was bedeutet das für Göttingen?

Göttingen weist sowohl Defizite als auch eine Reihe von Stärken im Hinblick auf einen sicheren und komfortablen Fußverkehr auf. Besonders am Innenstadt-Ring sind Fußgänger*innen in ihrer Mobilität stark eingeschränkt. Die mehrspurige Straße wirkt als starke räumliche Barriere, isoliert die Innenstadt von der Umgebung und hindert das Flanieren. Außerdem sorgen Lärm und Abgase für erhöhte Belastungen im Umfeld des Innenstadt-Rings. Nichtsdestotrotz werden in Göttingen 25% Prozent der Wege zu Fuß zurückgelegt. Es gibt viele kurze attraktive Wege, die zum Flanieren auch außerhalb des Zentrums einladen.

Für die Zukunft forderte Roland Stimpel breite, stolperfreie, gut beleuchtete Wege, die für Fußgänger*innen freigehalten werden und wenn möglich mit Bänken und Grünflächen auf Fahrbahnen und Parkplätzen ausgeweitet werden. Straßen und Kreuzungen sollen leicht, sicher und vorzugsweise mit Vorrecht überquerbar sein und die Innenstadt besser erschlossen werden. Zudem könnte sich Roland Stimpel eine Unipromenade, die die Innenstadt mit den Universitätsgebäuden verknüpft, gut vorstellen. Der Fußverkehr über das Quartier hinaus würde so keine Randerscheinung bleiben.
 





 
Impuls I: Lebendige Quartiere.
 
Impuls II: Stadt zu Fuß.
 
Impuls III: Agenda Nachhaltigkeit.
 

 

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