Agenda Nachhaltigkeit

 

Impuls III: Ökologisch nachhaltiges Bauen - Dr. Stephan Anders, DGNB Akademie

Wie kann durch nachhaltige Quartiersgestaltung CO² eingespart werden?

Stephan Anders von der DGNB Akademie legte in seinem Impulsvortrag dar, wie die Umstellung der individuellen Lebensweise auf der einen Seite und die nachhaltige Gestaltung von Quartieren auf der anderen Seite zum Erreichen der Klimaschutzziele beitragen können. Darüber hinaus stellte er den Teilnehmenden das DGNB Zertifzierungs-System vor.

 

Wie kann der individuelle CO²-Verbrauch reduziert werden?

Der persönliche CO2 Ausstoß setzt sich aus den Bereichen Ernährung 13%, Energie 25%, Mobilität 22%, Konsum 30% und öffentliche Emission 10% zusammen. Der durchschnittliche Verbrauch pro Kopf in Deutschland beträgt derzeit 11 Tonnen pro Jahr. Damit die Klimaschutzziele von 2015 erreicht werden, darf jede*r Einzelne maximal nur 2 Tonnen verbrauchen.

Über gezielte Umstellungen der individuellen Lebensweise lässt sich der persönliche CO2-Verbrauch signifikant senken. Zu einer CO2-reduzierten Lebensweise tragen beispielsweise ein sparsamer Energieverbrauch, der Verzicht auf Flugreisen und PKW oder eine vegane und saisonale Ernährung bei.

Ein ressourcenschonender und suffizienter Lebensstil kann dazu beitragen, den persönliche CO2-Verbrauch um mehrere Tonnen zu senken. Dennoch reicht die Umstellung der individuellen Lebensweise alleine nicht aus, um den Zielwert von maximal 2 Tonnen realistisch zu erreichen.

Durch eine nachhaltige Quartiersgestaltung können signifikante Einsparungen erreicht werden. Beispielsweise tragen kurze Wege und nachhaltige und umweltfreundliche Mobilitätsformen zu einer klimagerechten Quartiersentwicklung bei. Zudem sollten klimapositive Gebäude mit langlebigen Materialien und intelligenten und flächeneffizienten Wohnungen bevorzugt gebaut und Flächen für Urban Farming bereitgestellt werden.

Das DGNB System.

Das DGNB System gibt Kriterien für nachhaltiges Bauen in den Bereichen Ökologie, Ökonomie, Soziokulturelles und Funktion, Technik und Prozess vor, an die sich Projektentwickler*innen orientieren können, um Nachhaltigkeit in der Baupraxis kostengünstig umzusetzen. Das Bewertungssystem bezieht den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes mit ein, es gewichtet die drei zentralen Nachhaltigkeitsbereiche Ökologie, Ökonomie und Soziokulturelles gleichwertig und bewertet die Gesamtperformance eines Projekts anstatt einzelner Maßnahmen. Das System bewertet Innenräume, Gebäude und ganze Quartiere.

Beispiele für klimapositive Gebäude:
Aktiv-Stadthaus Speicherstraße, Frankfurt
Eisbärhaus Bauteil A + B, Kirchheim u. Teck
Elobau Logistikzentrum, Leutkirch

Warum zertifizieren?

Das DGNB System ist ein Planungs- und Optimierungstool für alle am Bau Beteiligten. Durch das DGNB System wird die ganzheitliche Qualität in Planung, Bau und Betrieb sichergestellt. Zudem lassen sich durch das System kostenintensiven Risiken minimieren. Die Qualitätskontrolle ist durch einen unabhängigen Zertifizierungsprozess transparent und das Zertifikat kann als Auszeichnung und Vermarktungsinstrument für Projektentwickler*innen genutzt werden.

 







 
Impuls I: Lebendige Quartiere.
 
Impuls II: Stadt zu Fuß.
 
Impuls III: Agenda Nachhaltigkeit.
 

 

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